João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns weht
Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis
(Suhrkamp Verlag, 2014)
Der in Portugal preisgekrönte Debütroman von João Ricardo Pedro vereint Bildungs-, Familien- und Künstlerroman: Die lebendigen, so komischen wie traurigen Erzählfäden erstrecken sich über drei Generationen, vom Dorf im Landesinneren Portugals über die Lissabonner Peripherie, den Norden Angolas bis nach Wien und Buenos Aires.
Wohin der Wind uns weht bietet neben der spannenden, anrührenden und bisweilen grausamen Geschichte aus dem Leben der Familie von Duarte, dem virtuosen Wunderkind am Klavier, seine Jugend am Land, verschwundene Menschen, mysteriöse Bilder und aufgegebene Talente, zudem auf raffinierte Weise ein historisches Panorama der jüngsten portugiesischen Geschichte. Jedes Kapitel funktioniert wie eine eigenständige Erzählung, bis der Leser sie miteinander vernetzt, um das große Ganze entstehen zu lassen.
João Ricardo Pedro, 1973 in der Nähe von Lissabon geboren, arbeitete nach einem Ingenieursstudium einige Jahre in der Telekommunikationsbranche. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde er arbeitslos und erfüllte sich seinen Traum vom Schreiben. Wohin der Wind uns weht ist sein Debüt.
Die Übersetzerin Marianne Gareis übersetzt seit 1989 Literatur aus dem Portugiesischen und Spanischen, u.a. Autoren wie José Saramago, Gonçalo Tavares, Machado de Assis, Andréa del Fuego, Paulo Scott und Sergio Álvarez.
Moderation: Wanda Jakob
Deutsche Stimme: Sebastian Winkler
Edney Silvestre, Der letzte Tag der Unschuld
Roman aus dem brasilianischen Portugiesisch von Kirsten Brand
(Limes Verlag, München, 2013)
Brasilien, 1961. An dem Tag, an dem Juri Gagarin die Erde umrundet, ändert sich das Leben von Paulo und Eduardo für immer. Es sollte ein schöner Herbsttag werden – faul am See statt schwitzend in der Schule –, bis sie am Ufer die Leiche einer Frau entdecken. Für die Polizei ist der Fall schnell gelöst: Der Ehemann ist der Täter – war das Opfer doch, wie jedermann zu wissen schien, eine Ehebrecherin. Die beiden Jungen glauben aber nicht daran und fangen an, selbst zu ermitteln. Zu ihnen gesellt sich ein alter Mann, der einst von der Geheimpolizei gefoltert wurde und mehr über die Stadtbewohner weiß, als er zugibt. Es ist der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft – und einer gefährlichen Suche …
Der Brasilianer Edney Silvestre, geboren 1950 in Valença, Rio de Janeiro, ist in seinem Heimatland ein bekannter Journalist und Fernsehmoderator. Sein Debütroman Der letzte Tag der Unschuld wurde auf Anhieb ein Erfolg und mit renommierten Literaturpreisen wie dem Prêmio Jabuti und dem São Paulo-Preis ausgezeichnet. Edney Silvestre lebt derzeit wieder in Brasilien, nachdem er lange in New York als Korrespondent tätig war.
Übersetzung & Moderation: Luísa Costa Hölzl
Deutsche Stimme: Sebastian Winkler