Der Wirbelsturm Idai hat Mitte März verheerende Schäden in Mosambik angerichtet. Die Komponistin, Sängerin und Tänzerin Lenna Bahule aus Maputo/Mosambik gibt gemeinsam mit Musikern aus München ein Benefiz-Konzert im Sinne des UBUNTU (Ich bin, weil wir sind).
Lenna Bahule ist geboren und aufgewachsen in Maputo/Mosambik, wo sie auch an der Nationalen Musikhochschule studierte. Sie lebt seit 2012 in São Paulo/Brasilien, dort wirkt sie in mehreren musikalischen und performativen Projekten mit. Sie hat die musikalische Leitung der Tanzcompanie GUMBOOT dance Brasil inne. Für ihr Debutalbum NÔMADE von 2016 bekam sie zahlreiche Auszeichnungen. Von Januar bis März 2019 war sie Stipendiatin der Villa Waldberta im Rahmen von PlusAfroT. Im Januar spielte sie im Gasteig/München ihr Konzert MIKULUTI.
Die Residenz PlusAfroT in der Villa Waldberta von Januar bis März 2019 ist ein Projekt von plattformPLUS und Lusofonia e.V. und wird durch das Künstlerhaus Villa Waldberta und das Kulturreferat der Stadt München gefördert.
PlusAfroT kann zugleich als Konzept, Programm, Manifest und Projekt verstanden werden, das zum Ziel hat, die zeitgenössische afrobrasilianische Kultur zu fördern: Drei Monate lang werden afrobrasilianische KünstlerInnen verschiedener Disziplinen in der Villa Waldberta, Künstlerhaus der Stadt München in Feldafing, einen seit mehreren Jahren stattfindenden Austausch fortführen, in kreative Prozesse eintauchen und temporäre Gemeinschaften mit hiesigen Künstlern bilden.
Im Fokus steht die Untersuchung normativer Konflikte und sozialer Normen im Verhältnis zwischen Brasilien und Deutschland sowie die Verschiebung von Körpern in Raum und Zeit als Choreographie. Welche Auswirkungen haben diese Konflikte auf „Fremd-Körper“ in unbekannter Umgebung? Was vermögen künstlerische Praktiken als Instrumente der Vermittlung, des Infragestellens, der Reibung und des Dialogs zu erreichen?
Die Ergebnisse der Rechercheprozesse, Workshops und des Austauschs werden bei diversen Veranstaltungen in München sichtbar.
Malu Avelar (Tänzerin, Schauspielerin); Lenna Bahule (Musikerin, Sängerin, Tänzerin); Diane Lima (Kuratorin, Gründerin AfroTranscendence, Produzentin, Design); Ana Paula Mathias (Design;Videokunst); Guinho Nascimento (Bildende Kunst, Performer, Tänzer); Grace Passô (Schauspielerin, Dramaturgin, Regisseurin); Iagor Peres (Videokunst, Performer); Mahal Pita (Performer, Musiker, Musikproduzent); Leitung: Mario Lopes (Kurator, Choreograph, Tänzer)
Black Box, Gasteig
Friedrich-Ebert-Stiftung, Bayernforum
Villa Waldberta, Feldafing
Köşk, Schrenkstraße 8
Residenz und Veranstaltungen sind ein Projekt von plattformPLUS und Lusofonia e.V. und werden durch das Künstlerhaus Villa Waldberta und das Kulturreferat der Stadt München gefördert.
Lenna Bahule schöpft ihre Inspiration sowohl aus den Gesängen als auch aus den Geschichten ihrer Vorfahren und ihres Volkes. Im Rahmen ihres Stipendiums in der Villa Waldberta präsentiert die Komponistin, Sängerin und Tänzerin eigene a-capella-Kompositionen sowie Percussionstücke auf traditionellen Instrumenten. Ein Konzert für kreatives Zuhören, mit überraschenden Klangräumen und unerwartet stillen Momenten.
Geboren und aufgewachsen in Maputo/Mosambik, studierte Lenna Bahule auch an der Nationalen Musikhochschule. Seit 2012 lebt sie in São Paulo/Brasilien. Dort wirkt sie in mehreren musikalischen und performativen Projekten mit, u.a. als musikalische Leitung der Tanzcompanie GUMBOOT dance Brasil. Für ihr Debutalbum NÔMADE (2016) bekam sie zahlreiche Auszeichnungen.
Ausgangspunkt der Choreographie ist der in Brasilien viel gehörte Satz Negro parado é suspeito, negro correndo é ladrão (‚ein Schwarzer, der steht, ist verdächtig; ein Schwarzer, der rennt, ist ein Dieb’). In der stigmatisierenden Redensart offenbaren sich die massiven rassistischen Vorurteile gegenüber der afrobrasilianischen Bevölkerung. Wie reagiert der Körper auf andauernde Diskriminierung, Gewalt und institutionalisierten Rassismus? Ausgangspunkt für das Stück sind Elemente der afrikanischen Diaspora, darunter die Griots (Geschichtenerzähler), die in den Geschichtsbüchern verstummt sind, sowie die Polizeirazzien, bei denen grundsätzlich der Schwarze schuldig ist. Auch die Perkussion spielt eine zentrale Rolle. Sie fungiert als Körpererinnerung, mittels derer der Tänzer die Geschichte wieder und wieder erzählen kann. Ein Tanzstück, das dem Körper Stimme zu geben sucht und dem (Schlag-)Instrument einen Körper verleiht.
In der anschließenden Diskussion treten Künstler, Experten und Zuschauer in einen Dialog über Rassismus. Außerdem findet ein Aftershow-Konzert der brasilianischen Sängerin Dandara Modesto statt.
Tanzperformance mit Denilson Oliveira, Lenna Bahule, Mario Lopes, Paulo Monarco | Choreographie: Mario Lopes | Konzeption: Denilson Oliveira und Mario Lopes | Video: Victor Pardinho | Produktion: Clara Holzheimer
Vom 18. – 20. Mai 2017 präsentiert der in München lebende brasilianische Choreograph Mario Lopes mit plattformPLUS internationale Tanzperformances und moderierte Diskussionen über Fremdkörper, Rassismus und Normenkonflikte.
Weitere Termine:
ALBUM kodex_feedback
Donnerstag, 18.05.2017 um 20:00 Uhr Premiere
& Freitag, 19.05.2017 um 20:00 Uhr
plattformPLUS ist eine Plattform für künstlerische Aktion und Begegnung, die zwischen São Paulo und München etabliert wurde, um Schnittstellen der Kulturen zu erleben und dabei über das Erwartbare hinaus die Kultur des Anderen zu erfahren. Inzwischen steht das PLUS im Namen für die Öffnung durch die Teilnahme von Künstlern und Partnern verschiedenster Nationalitäten.