Bedenken wir, dass weltweit über 240 Millionen Menschen Portugiesisch sprechen, und das in einem guten Dutzend Ländern auf vier Kontinenten, können wir erahnen, wie reich und vielfältig die Literaturen der portugiesischsprachigen Welt sind. Auf Anhieb fallen die Namen bedeutender VertreterInnen wie Fernando Pessoa, Clarice Lispector, José Saramago oder Mia Couto. Aber gibt es nicht noch andere AutorInnen zu entdecken? Welche Bücher auf Portugiesisch schreibender AutorInnen sind zuletzt auf Deutsch erschienen? Und wie drückt sich das koloniale Erbe in den lusophonen Literaturen aus?

Luísa Costa Hölzl und Wanda Jakob stellen ins Deutsche übersetzte Werke von bekannten wie von neuen Stimmen und die eine oder andere Wiederentdeckung vor. Die maßgebliche Rolle der ÜbersetzerInnen als VermittlerInnen und KulturarbeiterInnen leuchten sie dabei ebenso aus wie die Arbeit von Kulturvereinen wie Lusofonia e.V., die sich der Verbreitung der portugiesischsprachigen Kulturen verschrieben haben.

Der Choro ist der ältere Bruder des Samba und wird nicht nur in ganz Brasilien gespielt und gefeiert, sondern auch in vielen anderen Teilen der Welt. Er verlangt große Virtuosität an den für ihn typischen Instrumenten und der Perkussion und bringt auf harmonische Weise Laien und professionelle Musiker*innen zusammen.

Mit dem Festival de Chôro 2026 wird München zum fünften Mal zur europäischen Hauptstadt des Choro: Im Kulturzentrum LUISE werden Konzerte, Workshops für Jung und Alt sowie Rodas de Choro (eine Art Choro Jam-Session) und brasilianisches Essen geboten sein.

Diese Musik und Kultur des Choro wollen wir sowohl mit Künstlerinnen und Künstlern aus Brasilien als auch mit hiesigen Choro-Talenten feiern. Kuratoren des Festivals sind Marcio Schuster und Luís Maria Hölzl, beide Künstler, der eine Brasilianer, der andere Deutsch-Portugiese, aus München.

Festival-Kalender

FREITAG, 20. FEBRUAR

14-16:30 Uhr: Bandão-Probe (Choro-Orchester) mit Elizabeth Fadel

Elizabeth Fadel, aus Curitiba, Brasilien, klassische Pianistin, Cembalistin und Komponistin, Multi-Instrumentalistin, Musiktherapeutin, zeichnet sich auch durch ihre Darbietungen von Tango, Rock, brasilianischer und lateinamerikanischer Musik aus. Sie lebt seit einigen Jahren in den Niederlanden, unterrichtet, tourt und nimmt Alben in Europa und Brasilien auf. Mehr Info: https://elizabethfadel.com/bio-en

16:30-17:30 Uhr: Roda de Choro: „Was ist das?“ mit Flávio Nunes

Flávio Nunes, aus São Paulo stammender Musiker, vereint an der 7saitigen Gitarre und am Cavaquinho Samba de Raiz, Choro, MPB, Forró, Bossa Nova bis hin zum Blues, Reggae und Jazz Manouche mit virtuoser Präzision und Leidenschaft. Seit mehr als 25 Jahren gibt Flávio seine Erfahrung und Begeisterung an Schüler weiter und begleitet Kinder wie Erwachsene mit individuell gestaltetem Unterricht auf ihrem musikalischen Weg. Mehr Info: https://de.flavionunes.com/

18 Uhr: Eröffnungskonzert Casa das Flores mit Elizabeth Fadel und Floor Polder gefolgt von einer Roda de Choro

Floor Polder (Flöte) und Elizabeth Fadel (Klavier und Akkordeon) bilden ein Duo, das das Publikum auf eine musikalische Reise mitnimmt, auf der brasilianische Klänge, Jazzimprovisationen und klassische Einflüsse mühelos miteinander verschmelzen. Der Titel ihrer EP, Casa das Flores, bezieht sich auf das Haus in Rotterdam, wo sie zusammenlebten. Dieses Haus, besucht von vielen brasilianischen Musiker*innen und Freund*innen, wurde zum pulsierenden Zentrum zahlreicher Jam-Sessions und musikalischer Begegnungen und inspirierte die zwei Musikerinnen zu ihrem einzigartigen Sound: lebhaft, spontan und voller Leidenschaft.

Floor Polder, Flötistin und Komponistin, ursprünglich aus Den Haag, verbrachte über fünf Jahre in Brasilien, wo sie eine tiefe Verbindung zur reichen Musikkultur des Landes entwickelte. Sie studierte Flöte in Rotterdam und erlangte einen Abschluss in lateinamerikanischer Musik. Mehr Info: https://floorpolder.com/

SAMSTAG, 21. Februar

9-12 Uhr: Workshops mit Flávio Nunes, 7saitige Gitarre, (Gitarre und Harmonie-Instrumente), João Araújo, Pandeiro, (Perkussion und Pandeiro), Anais Pasanau Miró, Melodie-Instrumente

João Araújo, Komponist und Perkussionist, unermüdlicher Botschafter des Choro und des Pandeiro im Besonderen, bildet mit Abdallah Harati das Caiana Duo, Kern der Choro-Musik in München. Neben literarischen Projekten hat er auch ein Lehrbuch über Pandeiro geschrieben. Mehr Info: https://poetajoao.com/

Anais Pasanau Miró, Klarinettistin mit klassischem Hintergrund, als Kammermusikerin schon immer aktiv und offen für verschiedene Projekte, gründete sie das Klarinetten- und Streichquartett Vilart Ensemble in Spanien und das brasilianische Musiktrio Mondo Chôro in Deutschland. Sie lebt seit 2018 in Köln, konzertiert regelmäßig mit ihren eigenen Projekten sowie mit der Klassischen Philharmonie Bonn und dem Folkwang Kammerorchester. Mehr Info: https://anaispasanaumiro.de/

13:30-15:30 Uhr: Bandão-Probe

15:30-17 Uhr: Workshop zu Improvisation / Komposition mit Floor Polder

17 Uhr: Konzert mit dem Duo Batucalina

„Batucalina“ setzt sich aus dem portugiesischen Verb „batucar“, das so viel wie „trommeln“ bedeutet, und aus den letzten beiden Silben von Violine – im Femininum – zusammen. Durch die exotische Kombination aus Violine und Percussion entsteht ein einzigartiges Klangerlebnis, reich an Farben und Rhythmen.

Priscila Baggio Simeoni (Violine)
Cris Gavazzoni (Percussion)

Mehr Info: https://www.batucalina.de/

19 Uhr: Konzert mit Mondo Chôro

Das Quartett Mondo Chôro,bestehend aus dem deutschen Carl Zinsius, Percussion, der Spanierin Anais Pasanau Miró an der Klarinette, und den Brasilianern Flávio Nunes an der 7saitigen Gitarre und Henrique Gomide am Klavier, interpretiert mit seinen Hintergründen aus Jazz, klassischer Musik und zeitgenössische Choros auf eigene und frische Art und schafft eine einzigartige Interaktion und Kommunikation mit dem Publikum. Mondo Chôro erhielt im Frühjahr 2025 den Jazz Slam Preis Philharmonie Essen.

Anais Pasanau Miró (Klarinette)
Henrique Gomide (Klavier)
Flávio Nunes (Gitarre)
Carl Zinsius (Percussion)

Mehr Info: https://mondochoro.de

SONNTAG, 22. Februar

9-10:30 Uhr: Bandão-Probe

10:30-12 Uhr: Workshop zu Improvisation / Komposition mit Floor Polder

12 Uhr: Mittagskonzert mit Bavaschôro

Die Band Bavaschôro bringt den Choro auf bayerischen Boden. Knallharte Landungen mit komischen bayerischen Texten und Zitaten, in bekannte brasilianische Choros eingeflochten, führen zusammen mit ihren Choro-untypischen Instrumenten wie Waldhorn, portugiesische Gitarre, Flügelhorn und Tuba zum typischen Klang dieser Band.

Henrique de Miranda Rebouças (7saitige Gitarre)
Ludwig Himpsl (Waldhorn, Tuba, Percussion/Pandeiro)
Xaver Himpsl (Trompete, Flügelhorn)
Luís Maria Hölzl (portugiesische Gitarre, Cavaquinho, Violine)

Mehr Info: https://bavaschoro.de/

13:30 Uhr: Bandão-Vorstellung, anschließend Roda de Choro

Alle Mitmusiker*innen zeigen, was für ein wunderbarer Klang in drei Tagen aus einer großen Gruppe an unterschiedlichen Musiker*innen entsteht: Der Sound des Bandão!

Gefolgt wird die Präsentation von einer weiteren mitreißenden Roda de Choro.

Dazu gibt es auch brasilianische Spezialitäten, gekocht von Pretalee e suas delícias.

17 Uhr: Abschlusskonzert mit dem Chor Cantares

Cantares ist ein bunt gemischter Chor aus vielen Menschen, die die brasilianische Musik lieben und vom Klang der portugiesischen Sprache begeistert sind. Unter der Leitung von Lilian Zamorano interpretiert der Chor vor allem das Repertoire der Música Popular Brasileira (MPB). Von Samba über Bossa Nova bis Forró werden besondere Arrangements mit raffinierten Harmonien und Rhythmen umgesetzt. Dabei nutzt der Chor neben seinem A-Capella-Gesang auch Body Percussion und begleitende Musiker. Im Mai 2025 feierte Cantares sein 30jähriges Bestehen mit einem großen Konzert im Gasteig HP8.

Mehr Info: https://cantares.de/

„Ich hätte gern ein Gedicht, das schwer atmet, // hemmungslos.“ (Ana Luísa Amaral)

„Die Dichterin ist die Putzkraft // sie räumt das Gedicht auf // wie sie das Haus aufräumt“ (Adília Lopes)

Die lyrischen Stimmen der beiden portugiesischen Dichterinnen Ana Luísa Amaral (1956-2022) und Adília Lopes (1960-2024) sollen an diesem Abend hörbar und lebendig werden: Ihre Übersetzer*innen, Odile Kennel und Michael Kegler, lesen aus ihren Gedichten und sprechen mit dem brasilianischen Dichter und Literaturwissenschaftler Eduardo Sterzi.

Das Gesamtwerk von Ana Luísa Amaral kam einige Monate vor ihrem Tod im Jahr 2022 unter dem Titel „O olhar diagonal das coisas“ (Die schräge Sicht der Dinge) heraus. Adília Lopes versammelte 2024 unter dem Titel „Dobra“ (Falte) ihre Gedichte von 1983 bis 2023. Beide Werke erschienen im renommierten Verlag Assírio&Alvim.

Die Poetinnen gehören nicht nur derselben Generation an, gemeinsam ist ihnen auch eine kritische Haltung gegenüber der männlich dominierten Kultur, die Auseinandersetzung mit literarischen und künstlerischen Traditionen und eine beinahe fröhliche Hinwendung zu den alltäglichen Dingen, welche zwischen bittersüß und bitterböse schwanken kann.

Lesung und Gespräch werden von Luísa Costa Hölzl eingeführt und moderiert.

Ana Luísa Amaral, geboren 1956 in Lissabon, wuchs in Porto auf, wo sie lebte und an der Universität eine Professur für englische und amerikanische Literatur innehatte. Sie war Pionierin für Geschlechterstudien, veröffentlichte viele Gedichtbände und Kinderbücher und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Auf Deutsch erschienen neben einzelnen Gedichten der Lyrikband „Was ist ein Name” (Hanser Edition Lyrik Kabinett, 2021), übersetzt von Michael Kegler und Piero Salabè. Ana Luísa Amaral starb 2022 in Porto.

Adília Lopes (Pseudonym für Maria José da Silva Viana Fidalgo de Oliveira) wurde 1960 in Lissabon geboren und starb dort am 30. Dezember 2024. Sie studierte portugiesische und französische Literatur- und Sprachwissenschaft an der Universität in Lissabon und debütierte 1985 mit ihrem ersten Gedichtband, dem zu Lebzeiten rund 40 weitere Publikationen folgten. Auf Deutsch erschien 2001 eine Auswahl unter dem Titel „Klub der toten Dichterin“. Einige ihrer Gedichte wurden von Odile Kennel ins Deutsche übertragen.

Odile Kennel, deutsch-französische Lyrikerin und Übersetzerin, schreibt auf Deutsch und Französisch und lädt gerne weitere Sprachen in ihr Schreiben ein. Sie übersetzt zeitgenössische Lyrik aus dem Französischen, Portugiesischen, Spanischen und Englischen ins Deutsche. 2022 wurde sie für ihre Lyrikübersetzungen mit dem Paul-Scheerbart-Preis ausgezeichnet. Ihr Gedichtband irgendetwas dazwischen (Verlagshaus Berlin 2023) erhielt den Dörlemann-Preis der Hotlist der Unabhängigen Verlage.

Michael Kegler wurde 1967 in Gießen geboren und hat einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien verbracht. Er arbeitete als Buchhändler und Journalist und übersetzt seit Ende der Neunzigerjahre aus dem Portugiesischen. 2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis und 2016, gemeinsam mit dem von ihm übersetzten brasilianischen Autor Luiz Ruffato, den Hermann Hesse-Preis der Stadt Calw. 

Eduardo Sterzi, geb. 1973 in Porto Alegre, Brasilien, ist Dichter, Journalist und Professor für Literaturtheorie an der Universidade Estadual de Campinas. Zu seinen Veröffentlichungen zählen u.a. die literaturwissenschaftlichen Werke Por que ler Dante (2008) und A prova dos nove: alguma poesia moderna e a tarefa da alegria (2008), sowie die Lyrikbände Prosa (2001), Aleijão (2009), Cavalo sopa martelo (2011), und Maus poemas (2016).

Luísa Costa Hölzl, geboren 1956 in Lissabon, lebt in München, wo sie sich für die Förderung der lusophonen Kulturen und Literaturen engagiert. Herausgeberin von literarischen Anthologien, Publizistin und Portugiesisch-Dozentin (LMU, MVHS).

Unter der Verantwortung der Historiker Nélson Pereira Pinto und Anna-Katharina Glettenberg und mit der Unterstützung von der Vereinigung Grupo de Reflexão e Intervenção – Diáspora Portuguesa na Alemanha (GRI-DPA; https://www.gri-dpa.de/) wurden Recherchen angestellt, um die Geschichte der portugiesischen Migration nach Deutschland seit dem Anwerbeabkommen von 1964 chronologisch aufzuarbeiten. Denn Hintergrund der wachsenden Migration ab den 1960er Jahren waren nicht nur die Probleme der Menschen, die ein armes Portugal und ein autoritäres Regime verließen, sondern auch die Notwendigkeit für die Bundesrepublik Deutschland, Arbeitskräfte aus anderen Ländern anzuwerben. Dabei kamen bekanntlich neben den angeworbenen Arbeitskräften auch ihre Familien nach Deutschland, die zahllose Schwierigkeiten überwanden und hierblieben, sich integrierten und große Mobilität und Flexibilität gegenüber dem Gastland zeigten.

In der Wanderausstellung wird auch die führende Rolle von Verbänden, Gewerkschaften und katholischen Zentren und Missionen beleuchtet.

Die Ausstellung wurde bereits an vielen Orten in Deutschland gezeigt. München wird 2024 eine der letzten Stationen sein: In diesem Sinne verbindet sich die portugiesische Gemeinde dieser Stadt und Region mit den anderen Protagonisten dieser nun schon sechs Jahrzehnte währenden europäischen Geschichte.

Wanderausstellung „60 Jahre portugiesische Migration in Deutschland“:
19 Tafeln, kuratiert von Nélson Pereira Pinto, Historiker (Iberische und Lateinamerikanische Geschichte) und Anna-Katharina Glettenberg, Absolventin der Fächer Geschichte und Romanische Philologie.

Am 25. April 1974 ertönte um 00:20 Uhr aus allen Radiogeräten das Lied „Grândola, vila morena“ von José Afonso. Es war das verabredete Zeichen der Offiziere, die sich im „Movimento das Forças Armadas“ (MFA) zusammengeschlossen hatten, um in Lissabon einzumarschieren und Ministerien, Rundfunk- und Fernsehsender, später den Flughafen und die Zentrale des Geheimdienstes PIDE zu besetzen.

Die lang herbeigesehnte Nelkenrevolution veränderte Portugal, die Menschen sahen wieder eine Perspektive: Der grausame, seit mehr als zehn Jahren andauernde Kolonialkrieg an verschiedenen Fronten wurde beendet, die Länder erlangten ihre Unabhängigkeit. Portugal wurde aus der Isolation herausgeholt. Heute ist Portugal ein verlässlicher Partner der Europäischen Union. Aber wie überall in Europa ist heute auch in Portugal, wo rechtsextreme Kräfte die demokratischen Errungenschaften der Revolution von 1974 infrage stellen, die Demokratie gefährdet.

Nicht zuletzt deshalb ist ein Rückblick auf die damaligen befreienden Ereignisse mehr als angebracht. Aus künstlerischen und anderen Perspektiven erinnern wir an sie und feiern ihre demokratischen Errungenschaften.

Programm:

Sonntag, 28. April, 18.00 Uhr, Foyer
Eröffnung der Fotoausstellung (bis 3. Mai 2024): Wandmalereien im Wandel der Zeit: 1977, 1997 und heute
Anhand von Fotografien von Wandmalereien wollen wir Schlaglichter auf die Revolution und ihr Erbe werfen. Aufnahmen von 1977, 1997 und 2024 geben der Geschichte einen künstlerischen Ausdruck der politischen Auseinandersetzung und der Meinungsvielfalt im Zeitverlauf. Einführung u.a. mit den Fotografen Hartmut Heller und Bernhard Inderst.
Eintritt frei

Hartmut Heller, geb. in Sonthofen/Allgäu. Nach einem Studium in München arbeitete Heller als Dipl. Soziologe und Schattenphotograph. Außerdem war er viele Jahre im Mieterverein München e.V. aktiv. Als Fotograf zeigte er verschiedene Ausstellungen zu Griechenland, Portugal und anderen Themen.

Donnerstag, 2. Mai, 17 Uhr, Großer Saal
Filmvorführung: Capitães de Abril (Nelken für die Freiheit) (123 Min., Omengl. UT)
Der Spielfilm aus dem Jahr 2000 unter der Regie von Maria de Medeiros basiert auf dem Militärputsch, der in der Nacht auf den 25. April 1974 in Portugal stattfand. Aufständische Truppen besetzen die Kaserne und gegen drei Uhr nachts marschieren sie in Richtung Lissabon. Der Film, eine Hommage an die jungen Soldaten, die ihr Heimatland aus dieser dunklen Zeit retteten, schildert einfühlsam und emotional den Tag, der ein ganzes Land verändern und eine neue Zeit einläuten sollte.
Eintritt frei

Donnerstag, 2. Mai, 19:30 Uhr, Großer Saal
Poesie & Musik
Zu den Klängen des Sängers und Dichters Zeca Afonso beginnt in der Nacht auf den 25. April 1974 die Revolution. Eine Revolution, die in den Worten von Lyrikerinnen und Lyrikern vorausgedacht, reflektiert und erinnert wird. Wir lesen Gedichte, die von den dunklen Zeiten der Diktatur sprechen, von der revolutionären Begeisterung und von den Träumen und Visionen, die daraus erwuchsen. Mit Gedichten u.a. von Alexandre O’Neill, Sophia de Mello Breyner, Manuel Alegre. Dazu Gitarrenarrangements u.a. von Zeca Afonso und Paulo de Carvalho.
Zweisprachige Lesung: Luísa Costa Hölzl und Wanda Jakob
An der Gitarre: João Pedro Marques
Eintritt: 8€ (Abendkasse)

João Pedro Lopes Marques, geb. 2004 in Vila do Conde/Portugal, erhielt seine Ausbildung in klassischer Gitarre in Portugal. Seit 2022 studiert er an der Hochschule für Musik und Theater München unter der Anleitung von Franz Halász. Er hat an Meisterkursen bei renommierten Musikern teilgenommen und bereits an verschiedenen Orten wie Casa da Música do Porto solistisch und in Kammermusikgruppen gespielt. Zuletzt machte er Arrangements basierend auf dem symbolträchtigen Liedgut der Nelkenrevolution, die er mit der ihm eigenen Virtuosität vortragen wird.

Freitag, 3. Mai, 19:30 Uhr, Großer Saal
Talk mit Prof. Dr. Teresa Pinheiro (Uni Chemnitz): Die Nelkenrevolution, ihre Folgen und neue Formen der Erinnerung
Die portugiesische Germanistin, Kulturwissenschaftlerin und Anthropologin nimmt uns mit auf eine lebhafte Reise durch die 50 Jahre nach der Nelkenrevolution. Im Dialog mit dem Publikum geht sie den wahren und unwahren Erinnerungen nach, gleicht diese mit Daten und Fakten ab und gibt wertvolle Aufschlüsse über den aktuellen Rechtsruck in Portugal (in deutscher Sprache).
Moderation: Dr. Rosário Costa-Schott
Musikalische Umrahmung an der Gitarre: João Pedro Marques
Eintritt: 8€ (Abendkasse)

Teresa Paula Pinheiro, geb. 1972 in Lissabon, studierte Germanistik und Lusitanistik in Lissabon und Köln und promovierte 2002 in Kulturwissenschaftlicher Anthropologie an der Universität Paderborn. Nach einer Juniorprofessur an der TU Chemnitz ist sie seit 2011 Professorin für „Kulturellen und Sozialen Wandel“ am Institut für Europäische Studien der TU Chemnitz. Gastprofessuren, Forschungsaufenthalte sowie eine beachtliche Publikationsliste u.a. zur europäischen Identität peripherer Länder wie Portugal und Spanien und zum Ende des portugiesischen Kolonialismus Portugals zeichnen sie als Expertin für die Auseinandersetzung mit dem Erbe der Nelkenrevolution aus.