Bereits in den 8oer Jahren feierte die portugiesische Band Madredeus mit ihrem Mastermind und Gründungsmitglied Rodrigo Leão erste Erfolge. Ihren weltweiten Durchbruch schaffte die damalige Band dann mit ihrem Soundtrack zu Wim Wenders Kinofilm “Lisbon Story”.

Jahre später begann der Künstler seine Solokarriere, mit der er nahtlos an seine früheren Erfolge anknüpfte. Bis heute zählt er zu den erfolgreichsten Komponisten Portugals. Auf seinen Tourneen in Spanien oder Portugal spielt er vor komplett ausverkauften Häusern und füllt so große Arenen wie das Coliseo in Lissabon und Porto.

Sein aktuelles Album “A Mãe”, mit dem er im August und September 2009 vier Wochen lang Platz 1 der portugiesischen Charts belegte, präsentiert eine klangvolle und einzigartige Mischung aus Instrumental- und Gesangsstücken, deren traditionelle Elemente gekonnt mit modernen elektronischen Pop-Beats fusioniert werden, was entfernte Erinnerungen an das vom Konzept ähnlich ausgerichtete Gotan Project aufkommen lässt.

Bei den Konzerten wird Rodrigo Leão vom Cinema Ensemble unterstützt, welches mit ihm eine wunderbare Einheit bildet und des Meisters inspirierende Kompositionen kongenial umzusetzen weiß, was auf seiner für 2010 angekündigten Deutschlandtournee auch dem hiesigen Publikum nicht mehr verborgen bleiben wird…

Daniela Bauer – Gesang
André Herteux – Klassische Gitarre
Luís Maria Hölzl – Portugiesische Gitarre

Im Süden Europas liegt Lissabon, und nur in dieser faszinierenden Metropole, einem Schmelztigel, wo Portugiesen mit Reisenden aller Länder in ständigem Austausch leben, konnte eine urbane Musik entstehen, die verschiedenste musikalische Einflüsse zu einer solch vollkommenen Verbindung bringt, dass ein neuer, ureigener Stil entsteht – der Fado.

Aus dem Süden Deutschlands kommen Daniela Bauer, Luís Hölzl und André Herteux, die sich als Fado Sul dieser faszinierenden Musik verschrieben haben. Sie interpretieren den Fado in der klassischen Besetzung: Die silbrig glitzernden Melodielinien der guitarra portuguesa Luís Hölzls umspielen in immer neuen Wendungen den dunkel volltönenden Sopran von Daniela Bauer. Der warme Klang der klassischen Gitarre von André Herteux verleiht dieser intimen Zwiesprache ihr harmonisches und rhythmisches Fundament. Gemeinsam durchschreiten sie die ganze emotionale Bandbreite des Fado, die sich durchaus nicht auf die sprichwörtliche saudade, die sehnsüchtige Wehmut, beschränkt, sondern von tiefempfundenem Schmerz bis zu ekstatischer Freude reichen kann.

Todo isto existe
Todo isto e triste

Todo isto e fado

Das alles existiert
Das alles gibt es
Das alles ist Fado

Kennengelernt haben sich die drei jungen Musiker während ihres Musikstudiums, und ihre profunde klassische Ausbildung ist es, die ihnen einen individuellen Zugang zur Welt des Fados ermöglicht hat. Denn der Fado ist noch immer eine Musik, die weitgehend mündlich überliefert wird, was dazu geführt hat, dass sie außerhalb Portugals äußerst selten aktiv ausgeübt wird, ungeachtet ihrer internationalen Popularität. Fado Sul haben sich den besonderen Interpretationsstil der fadistas mithilfe minutiöser Transkriptionen der Tonaufnahmen von Amalia Rodrigues, der bedeutendsten Fadosängerin, erarbeitet, um ausgehend von dieser Erfahrung einen eigenen Stil zu entwickeln. Zudem konnte Luís Hölzl, der selbst portugiesische Wurzeln hat, seine Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Größen der portugiesischen Fado-Szene wie Cristina Branco und Bernardo Couto einbringen.

Das Repertoire von Amália Rodrigues bildet den Schwerpunkt in den Programmen von Fado Sul. Die stilistische Flexibilität der Musiker ermöglicht es der Gruppe jedoch, andere klassische Fados zu integrieren und zuweilen mit brasilianischen Chorinhos oder spanischen Coplas einen willkommenen Kontrast zu setzen.

Literarischer Herbst:
„hinter den mauern der stadt in ihrem tiefen herzen“
Lissabon: Projektion einer Sehnsucht
Eine Portugiesische Nacht im Bosco, Gauting

Textauswahl und Moderation: Luísa Costa Hölzl und Wanda Jakob

Bis zum heutigen Tag steht im Hause der Frau von Taube in Gauting ein Stuhl, der für den Dichter Reinhold Schneider reserviert ist: Freund ihres Vaters Otto von Taube, Verfasser eines wunderbaren Buches über Portugal. Aus diesem, aber natürlich vor allem aus einer Reihe von Büchern portugiesischer Autoren wie z.B. des im Titel zitierten Al Berto oder des Klassikers der Moderne, Fernando Pessoa, sowie vieler weiterer werden Texte präsentiert. Die Sieben-Hügel-Stadt zeigt sich im Fünf-Seen-Land:  Eine Portion Melancholie, dunkle Nachtzüge und gelbe Straßenbahnen… Dichter kommen zu Wort, Außenblicke, Innenblicke, fremde und eigene Worte, gesprochen von dem Schauspieler Nicholas Reinke.
Dazu Melodien, gespielt von Luís Maria Hölzl mit klassischer Gitarre und „guitarra portuguesa“  – und weil der Abend und die Nacht lang sind, bietet Eva von Malsen ein brasilianisches catering mit „salgadinhos“ an, und natürlich gibt es roten Wein aus Portugal.

In Zusammenarbeit mit Lusofonia.