Martín Lanz Landázuri aus Mexiko ist im Rahmen der residenzPLUSbrasil16 bis März 2016 Stipendiat in der Villa Waldberta. Sein Projekt „Escandalizer“, 2014 von einem interdisziplinären Team mexikanischer und brasilianischer Künstler entwickelt, ist ein mittels Videomapping und Sounddesign digital erzeugter Raum in den Schattierungen der Farbe Lila, dessen Elemente so anpassungsfähig sind, dass er in die vorhandene, physische Architektur der Villa eingebettet werden kann.
Während die übrigen Stipendiaten der Villa kurze Aktionen einbringen, ist das Publikum eingeladen, in die Struktur aus Sound, Bild, Farbe und Rhythmus einzutauchen. Die Erlebnisse sind positiv und freundlich intendiert und sollen Innenleben und Wahrnehmung von Zeit, Raum und Rhythmus in Bewegung setzen. Diese Erfahrungen werden überwacht und mittels neurowissenschaftlicher Methoden aus dem Feld der Wahrnehmung ausgewertet, einerseits um das Design des Raums zu optimieren, andererseits um sich den Schwellen der Aufmerksamkeit und Wahrnehmung zu nähern, den Orten, wo sich Wirklichkeit verändert und andere Formen annimmt.
Das Projekt versteht sich als Teil der digitalen Kultur und des Open-Source-Gedankens und wird durch solche Interaktionen, Erfahrungen und neue Designs weiterentwickelt, wie sie die Einladung der Plattform PLUSbrasil und der Villa Waldberta, die Aktionen der Mitstipendiaten und die Teilnahme des hiesigen Publikums ermöglichen.
Entwicklerteam: Martín Lanz, Alejandro Medina, Iván Paz, Iván García, Arely Pérez y Ricardo Bravo
Martín Lanz Landázuri arbeitet als Performer, Choreograph und Kulturproduzent. Ausgebildet am Centro de Investigación Coreográfica de Mexico zog er 2007 nach New York, wo er sich beim Movement Research weiterentwickelte und seine Arbeit u.a. in The Kitchen, Dancespaceproject, Judson Church und beim Spring Festival vorstellte. Seit 2013 organisiert er in Mexiko das Laboratório Concensación. 2015 hat er seine Arbeit mit dem Kollektiv moviSUR aufgenommen und als Darsteller für die Choreographin Ursula Eagly (USA).
Eine Veranstaltung der Plattform PLUSbrasil von HumaVida und Lusofonia e.V. mit freundlicher Unterstützung des Künstlerhauses Villa Waldberta und des Kulturreferats München.
Zwei Wochen lang sind die Villa Waldberta-Stipendiaten und Gäste live im Schaufenster der Färberei zu erleben. Dabei gehorchen sie einer einfachen Regel: Von 8 bis 20 Uhr befindet sich je ein/e Künstler/in im Schaufenster, um eine abgeschlossene Arbeit, eine Performance oder einfach nur einen künstlerischen Prozess zu zeigen. Damit wollen die Künstler Formen und Ideen von Präsenz erkunden und den kreativen Prozess in den Vordergrund, in die Öffentlichkeit stellen.
15.2. Caroline Ricca Lee (bildende Kunst)
16.2. Bárbara Foulkes (Choreographie)
17.2. Danilo Oliveira (Malerei und Zeichnung)
18.2. Mario Lopes (Choreographie)
19.2. Martín Lanz (Choreographie / in Abwesenheit)
22.2. Dandara (Musik und Performance)
23.2. Paulo Monarco (Musik)
24.2. Patricia Black (Video und Film)
25.2. Dudu Tsuda (Installation und Performance)
26.2. Michelle Moura (Choreographie)
Im März stellen einige der Stipendiaten temporär Werke im Schaufenster aus. Hierzu gibt es ein gesondertes Programm.
Eine Veranstaltung der Plattform PLUSbrasil von HumaVida und Lusofonia e.V. mit freundlicher Unterstützung des Künstlerhauses Villa Waldberta, des Kulturreferats München, des Goethe Instituts und Iberescena.
Dois tempos de um lugar ist eine Gemeinschaftsproduktion der brasilianischen Sängerin und Schauspielerin Dandara Modesto mit dem Musiker und Komponisten Paulo Monarco. Ihre Songs sind von der Musica Popular Brasileira und den Poetiken des volkstümlichen Landesinneren Brasiliens beeinflusst und wenden sich unverstellt und direkt an das Publikum. In diesem Programm verschmelzen die verschiedenen Darstellungsformen der Kunst. Anstelle des gängigen Konzerterlebnisses tritt ein interdisziplinäres Zusammenspiel von Musik, Theater und audiovisuellen Elementen.
Mit: Dandara: Gesang und Gitarre
Paulo Monarco: Gesang und Gitarre
Künstlerische Leitung und Lichtkonzept: Patricia Black
Bühnenbild und Kostüm: Caroline Ricca Lee
Dandara Modesto und Patricia Black sind von Januar bis März 2016 Stipendiaten in der Villa Waldberta in Feldafing, wo sie im Rahmen der residenzPLUSbrasil16 bestehende Projekte weiterentwickeln und neue künstlerische Prozesse anstoßen.
Eine Veranstaltung der Plattform PLUSbrasil von HumaVida und Lusofonia e.V. mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts, des Künstlerhauses Villa Waldberta und des Kulturreferats München.
Der Multimediakünstler und Pianist Dudu Tsuda aus São Paulo präsentiert im Rahmen der residenzPLUSbrasil16, ein Künstleraufenthalt in der Villa Waldberta, sein neues Programm Estudo para o silêncio („Die Stille im Inneren“). In der Musikperformance verbindet er das Klavierspiel mit verschiedenen Konzepten von Performancekunst, wie z.B. des Fluxus oder von Allan Kaprow. Anstelle frei zu improvisieren, folgt Dudu Tsuda in seiner Performance strengen Vorgaben, die sich u.a. auch in Reaktion auf Erfahrungen von emotionalem Stress und strukturellen Einschränkungen durch die Musik ergeben haben.
Seine intensive Auseinandersetzung mit der Stille entstand aus einer inneren Unruhe während einer Künstlerresidenz 2014 in Tokio heraus, wo er sich mit dem Verhältnis von Raum, Klang, Stille und dem japanischen Konzept des Ma auseinandersetzte. Der Musiker und Komponist war mehrfach Artist-in-Residence, neben der Tokyo Wonder Site (Tokio 2014) auch bei der Ville de Paris / Institut Français Résidences aux Recollets (Paris 2012 und 2014) und der Cité Internationale des Arts de Paris (2013). Er erstellt Klanginstallationen und audiovisuelle Performances für brasilianische und internationale Kulturinstitutionen und Schauen.
Dudu Tsuda ist von Januar bis März 2016 Stipendiat in der Villa Waldberta in Feldafing, wo er mit sechs weiteren lateinamerikanischen Künstlern im Rahmen der residenzPLUSbrasil16 bestehende Projekte weiterentwickelt und neue künstlerische Prozesse anstößt.
Eine Veranstaltung der Plattform PLUSbrasil von HumaVida und Lusofonia e.V. mit freundlicher Unterstützung des Goethe Instituts, des Künstlerhauses Villa Waldberta und des Kulturreferats München.
Was tun, wenn einem das eigene Heim, der Boden, auf und von dem man lebt, der Fluss, der Lebenselixier und Einnahmequelle ist, entrissen und nicht selten mit unlauteren Methoden zerstört werden? Zahllose Menschen sind vom Bau des noch immer nicht endgültig genehmigten Wasserkraftwerks Belo Monte auf so fundamentale Weise betroffen und zugleich ohnmächtig, ihr Schicksal in irgendeiner Form zu beeinflussen, dass Eliane Brum in den letzten 12 Monaten nicht weniger als vier große, großartige Reportagen über die Auswirkungen geschrieben hat. Unmittelbar und verstörend sind die Stimmen der Menschen, die sie besucht, tragisch ihre Geschichten. Sie reagieren mit Wut, ihren letzten Kräften, aber auch mit Lähmung und Resignation auf die Zerstörung ihres bisherigen Lebens, und dass die Journalistin dies an keiner Stelle beschönigt und weder die Unternehmen noch die enttäuschenden Politiker wie Lula und Dilma Rousseff schont, ist in einem Land wie Brasilien, wo investigativer Journalismus lebensgefährlich sein kann, nicht selbstverständlich. Dabei gelingt ihr, journalistische Arbeit, profundes Wissen, grundlegende Empathie und literarisch eindrucksvolle Beobachtungen vor allem auch darüber, was die Sprache der Menschen über sie selbst und ihren Zustand aussagt, kraftvoll miteinander zu verknüpfen.
Eliane Brum (geb. 1966 in Ijuí, Rio Grande do Sul) ist Schriftstellerin, Journalistin und Dokumentarfilmerin. Sie schrieb die Reportagebände »Coluna Prestes: O Avesso da Lenda« (1994), »A vida que ninguém vê« (2006) sowie »O olho da rua: Uma repórter em busca da literatura da vida real« (2008). 2001 erschien ihr erster Roman »Uma Duas«. Mit Débora Diniz drehte sie 2005 den Dokumentarfilm »Uma vida severina« und 2010 mit Paschoal Samora »Gretchen filme estrada«. Sie lebt in São Paulo.
Moderation des Gesprächs und Lesung: Wanda Jakob
Künstlerbeitrag: 10€ / 8€
IG – InitiativGruppe e.V., Karlstraße 48 Hinterhaus (Eingang neben Tengelmann)
www.initiativgruppe.de
Reservierung: info@lusofonia-muenchen.de
Eine Veranstaltung von LUSOFONIA e.V. in Kooperation mit Casa do Brasil e.V., gefördert vom Kulturreferat der Landeshauptstadt München und TAP Portugal
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