Programm

Festival de Chôro München 2024

15. – 18. Februar 2024

Choro, der ältere Bruder des Samba, wird überall in Brasilien geliebt und gespielt. Aber auch rund um den Globus spielt und feiert man ihn.
Vom 15. bis 18. Februar 2024 wird München bereits zum dritten Mal mit einem Festival im Kulturzentrum LUISE zur Choro-Hauptstadt Europas: Es gibt Konzerte, Gespräche, Workshops, Jam Sessions (Rodas de Choro) und brasilianisches Essen. Das diesjährige Festival ist auch eine Hommage an die erste Choro-Pianistin und erste brasilianische Dirigentin Chiquinha Gonzaga. Ihre Choros werden auf allen Konzerten zu hören sein. Ein Fest der Musik und Kultur mit Künstler*innen aus Brasilien und den hiesigen Choro-Talenten!

FESTIVAL-KALENDER

Donnerstag, 15. Februar, 19 Uhr:
Konzert mit Caiana Duo und Bavaschôro
Mit dem Eröffnungskonzert geht der Carnaval garantiert in die Verlängerung!
Caiana Duo und Bavaschôro, das ist die Essenz der Choro-Musik in München. João Araújo (Pandeiro) und Abdallah Harati (7saitige Gitarre) leben die brasilianische Tradition im Ausland fort und veranstalten als leidenschaftlichchorões die „Roda de Choro de Munique“. Die Band Bavaschôro wiederum bricht diese Traditionen auf und bringt den Choro auf bayerischen Boden. Knallharte Landungen mit komischen bayerischen Texten und Zitaten, gekonnt in bekannte brasilianische Choros eingeflochten, führen zusammen mit ihren Choro-untypischen Instrumenten wie Waldhorn, portugiesische Gitarre, Flügelhorn und Tuba zum typischen Klang dieser Band. Ein Festival-Auftakt für wahre Choro-Liebhaber und alle, die es in vier Tagen werden wollen.
Mit: João Araújo (Pandeiro), Abdallah Harati (7saitige Gitarre), Henrique de Miranda Rebouças (7saitige Gitarre), Ludwig Himpsl (Waldhorn, Tuba, Percussion/Pandeiro), Xaver Himpsl (Trompete, Flügelhorn), Luís Maria Hölzl (portugiesische Gitarre, Cavaquinho, Violine)
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Freitag, 16. Februar, 9 bis 12 Uhr:
Drei Instrumentalworkshops
Gitarren-/Melodie-/Percussioninstrumente
Mit: Abdallah Harati (Gitarre), Cris Gavazzoni (Percussion), Marcio Schuster (Saxophon)

13:30 bis 16:30 Uhr:
Bandão (Choro-Orchester) mit Sérgio Albach
Bei diesem Workshop lernt man das Zusammenspielen. Eine wunderbare musikalische Erfahrung für alle Instrumentengruppen.

17 Uhr:
Konzert mit Marcio Schuster (Saxophon/Elektronik)
Der Saxophonist Marcio Schuster präsentiert ein einzigartiges Solokonzert, bei dem das Saxophon mit elektronischen Elementen verschmilzt, die sich harmonisch mit brasilianischer Musik, insbesondere dem Choro, verbinden.
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18:30 Uhr:
Konzert mit Sérgio Albach (Klarinette, Bassklarinette) und Henrique de Miranda Rebouças (7saitige Gitarre)
Der talentierte Klarinettenvirtuose Sérgio Albach ist zum ersten Mal beim Festival de Chôro München dabei. Sérgio wird nicht nur eine grandiose Masterclass für Bandão geben – ein Orchester für Choro –, sondern auch ein atemberaubendes Konzert präsentieren. Seine beeindruckende musikalische Karriere, sein Engagement für brasilianische Musik, insbesondere Choro, und seine Zusammenarbeit mit renommierten Künstlern machen ihn zu einem Highlight des Festivals. Begleitet wird der Klarinettist vom Münchner Gitarristen Henrique de Miranda Rebouças.
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20 Uhr:
Konzert mit Batucalina
„Batucalina“ setzt sich aus dem portugiesischen Verb „batucar“, das so viel wie „trommeln“ bedeutet, und aus den letzten beiden Silben von Violine – im Femininum – zusammen. Durch die exotische Kombination aus Violine und Percussion entsteht ein einzigartiges Klangerlebnis, reich an Farben und Rhythmen.
Mit: Priscila Baggio Simeoni (Violine), Cris Gavazzoni (Percussion)
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Samstag, 17. Februar, 9 bis 12 Uhr:
Drei Instrumentalworkshops
Gitarren-/Melodie-/Percussioninstrumente
Mit: Abdallah Harati (Gitarre), Cris Gavazzoni (Percussion), Marcio Schuster (Saxophon)

13:30 bis 16:30 Uhr:
Bandão (Choro-Orchester) mit Sérgio Albach
Bei diesem Workshop lernt man das Zusammenspielen. Eine wunderbare musikalische Erfahrung für alle Instrumentengruppen.

17 Uhr:
Konzert mit Pedro Aguiar (Gitarre)
Der Ausnahme-Gitarrist Pedro Aguiar spielt Choro auf der klassischen Gitarre. Pedro Aguiar hat mehrere Wettbewerbe gewonnen, unter ihnen den internationalen Gitarrenwettbewerb Alhambra. Neben seinen Engagements als Solist ist er als Kammermusikpartner und Dozent gefragt.
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19 Uhr:
Choro Tuiuiú
Das Quintett aus Nürnberg präsentiert mit Querflöte, Klarinette, Bandolim (Mandoline), siebensaitige Gitarre und Percussion (Pandeiro) eine der ursprünglichsten Formen dieser Musik. Die fünf Musiker*innen zaubern die Klänge von Rios Kneipen und Bars auf die Bühne. Chorinho vom Feinsten.
Mit: Aron Hantke (Pandeiro), João Lucas Moreira (Bandolim), Marie-Kristin Burger (Flöte), Marcus Milian (7saitige Gitarre), Lars Groeneveld (Klarinette)
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Sonntag, 18. Februar, 11 Uhr: 
Konzert mit Saideira e Amigos
Die Musiker*innen sind treue Mitglieder der Rodas de Choro in München, unsere Chorões Bávaros.
Mit: Claudia Góndola-Hackl (Flöte), Andrea Breyer Bartsch (7saitige Gitarre), Hans Erdt (Gitarre und Melodica), Georg Wiedmann (Pandeiro und Percussion), Hermann Kehrer (Cavaquinho und Bandolim), Pit Weininger (Bandolim)

12 Uhr:
Präsentation des Bandão (Choro-Orchester)

anschließend
Roda de Choro meets Caldo de Feijão
Zum Abschluss eine Roda de Choro für alle mit gemeinsamem Essen und Trinken!

Ort: Kulturzentrum LUISE
Ruppertstraße 5, U-Bahn Poccistraße

Tickets: Es gibt ein Festivalticket, das alle Veranstaltungen beinhaltet, aber auch Tagestickets: https://rausgegangen.de/events/festival-de-choro-2024-munchen-0/

Partner und Unterstützer: Kulturreferat der Landeshauptstadt München, DBKV, Lusofonia e.V., RuppertBrasil, Supremo Rösterei, MusicallShirts

Kuratiert von: Abdallah Harati, Marcio Schuster und Luís Maria Hölzl. Mehr Informationen unter: choromuenchen.com

Brasilien am Wendepunkt – Der schwierige Kampf um die Demokratie

Donnerstag, 5. Oktober 2023, 19 Uhr

Derzeit scheint in Brasilien die Demokratie wieder gestärkt. Doch der Einfluss der extremen Rechten in Politik und Gesellschaft des Landes bleibt brandgefährlich. Wer stellt sich ihnen entgegen? Wie können Institutionen und soziale Bewegungen die Bedrohung abwehren und Erreichtes sichern? Und welche Parallelen können wir zwischen Brasilien und Europa beobachten?
Die Politikwissenschaftlerin und Aktivistin Biancka Arruda Miranda und der Journalist und Buchautor Niklas Franzen erörtern mit dem Publikum diese und weitere Fragen zum Zustand der Demokratie in Brasilien.

Seit Lula da Silva Anfang 2023 die Präsidentschaft von Jaír Bolsonaro übernommen hat, scheint in Brasilien die Demokratie wieder gestärkt. Doch der Einfluss der extremen Rechten in Politik und Gesellschaft ist nach wie vor groß: Sie wollen demokratische Errungenschaften weiterhin begrenzen und ihre antifeministische, rassistische und die soziale Ungleichheit verschärfende Agenda der Gewalt dauerhaft institutionalisieren. Ökologische Anliegen ordnet die Rechte prinzipiell den Interessen der Wirtschaft unter. Welche Akteure stellen sich der extremen Rechten in Brasilien entgegen? Wo konnten sich demokratische Kräfte konsolidieren, welche Gesellschaftsgruppen und Errungenschaften sind dagegen weiter bedroht?

Der Vertrauensverlust in die Politik ist nicht nur in Brasilien ein Problem, er ist, wie der vernetzte Aufstieg rechter Akteure, auch international zu beobachten. Welche Parallelen zwischen Südamerikas größter Demokratie und Europa lassen sich ziehen? Und welche Rolle spielen eigentlich die vielen deutschen Unternehmen, die das mächtige Agrarbusiness Brasiliens mittragen? Was können wir voneinander lernen, um mit progressiven Lösungen gemeinsam die Demokratie zu verteidigen?

Biancka Arruda Miranda und Niklas Franzen wollen das gemeinsam mit dem Publikum erörtern.

Biancka Arruda Miranda ist Politikwissenschaftlerin, Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin sowie Vorsitzende von KoBra Kooperation Brasilien e.V., München, und von Commit e.V.

Niklas Franzen ist Journalist und Brasilien-Experte. Er lebte für mehrere Jahre in São Paulo, wo er als Korrespondent für verschiedene Zeitungen und Magazine arbeitete. Im Mai 2022 erschien sein Buch „Brasilien über alles. Bolsonaro und die rechte Revolte“ (Assoziation A, Berlin).

Mit: Biancka Arruda Miranda und Niklas Franzen
Moderation: Wanda Jakob, Lusofonia e.V.

Eintritt: frei

Um Anmeldung bei der Friedrich Ebert Stiftung wird gebeten.

Ort:
Amerikahaus, Karolinensaal, 1. Stock
Karolinenplatz 3, 80333 München

Eine Veranstaltung der Friedrich Ebert Stiftung Bayern in Kooperation mit Lusofonia e. V. und dem Amerikahaus

CÉU – Tour Fénix do Amor

Dienstag, 25. Juli 2023, 20:30 Uhr

Mit dieser Tour feiert Céu die 18 Jahre ihrer Karriere und wird alle Hits sowie einige Coversongs ihres letzten Albums spielen. Musik aus Brasilien über Brasilien.

Nach über fünfzehn Jahren Karriere wird die brasilianische Liedermacherin Céu weithin als eine der einflussreichsten und wichtigsten brasilianischen Künstlerinnen dieses Jahrhunderts und als eine der größten Sängerinnen ihrer Generation angesehen. Sie begann ihre Karriere 2005 mit ihrer Mischung aus Samba-Poesie, Triphop und Electronica und einer amerikanischen Grammy-Nominierung, kurz nachdem sie die Szene in ihrem eigenen Land als Anführerin einer neuen Generation von Sängerinnen, die ihre eigenen Lieder schreiben, verändert hatte.

Von Anfang an ist Céu im Ausland auf Tournee gegangen und hat auf vier Kontinenten live gespielt, unter anderem auf den wichtigsten brasilianischen Festivals, u.a. Rock in Rio und Lollapalooza (BRA) sowie auf dem Montreal Jazz Festival (CH), North Sea Jazz (NL), Coachella (USA), Roskilde (DK), Jazzopen und Rudolstadt (DE).

Mit ihren Alben „Tropix“ (2016) und „APKÁ“ (2020) gewann sie neben einigen brasilianischen Auszeichnungen drei Latin-Grammys (insgesamt war sie bislang 9x für Grammy’s und Latin Grammy’s nominiert). Céus Songs vertonen auch weltweit Filme, Fernsehserien und Werbespots.

Während der Pandemie, in 2021, veröffentlichte Céu die LP „Acústico“, eingespielt nur mit Akustikgitarre und Gesang. 2021 erschien „Um Gosto de Sol“, ein Coveralbum mit Klassikern von den Beastie Boys, Jimi Hendrix, Fiona Apple bis zu João Gilberto, Rita Lee und Milton Nascimento.

Video Chega mais

 

Eintritt: 28€ VVK (zzgl. Gebühren) / 34 € AK

Einlass ab 19:30 Uhr, Beginn Konzert 20:30 Uhr

Karten über Eventim

 

Muffatwerk, Ampere

Zellstr. 7

81667 München

www.muffatwerk.de

 

Eine Veranstaltung des Muffatwerks

Mit freundlicher Unterstützung von LUSOFONIA e.V.

Junge mosambikanische Literatur im 21. Jahrhundert: Lesung und Gespräch mit der Autorin Virgília Ferrão

Mittwoch, 21. Juni 2023, 19 Uhr

Virgília Ferrão aus Mosambik verbindet in ihren Romanen traditionelle fantastische Elemente mit Elementen der Popkultur. Mit 36 Jahren hat sie bereits vier Romane veröffentlicht. Der Übersetzer Michael Kegler spricht mit ihr über ihre Bücher, die kolonialistische Vergangenheit Mosambiks, das Erbe des Bürgerkriegs und die junge Generation Autor*innen im 21. Jahrhundert.

„Das Universum ist voll von Geheimnissen. Solange ich hier bin, ist es ein Privileg, die unendlichen Geschichten zu erforschen, die es uns bietet.“ Virgília Ferrão

Virgília Ferrão ist erst die dritte Frau in Mosambik seit der Unabhängigkeit, die Romane veröffentlicht. Gemeinsam mit weiteren mosambikanischen Autorinnen betreibt sie einen Blog und hat eine Anthologie fantastischer Geschichten zusammengestellt. Auch in ihren eigenen Büchern, darunter „O Inspector Xindximila“, „Sina de Aruanda“ und „Os Nossos Feitiços“, haben neben Einflüssen aus US-amerikanischer Populärkultur fantastische Elemente ihren Niederschlag gefunden. Außerdem taucht sie ein in die koloniale Vergangenheit ihres Landes, verhandelt das Erbe der Sklaverei und der portugiesischen Herrscherklasse. All das eingebettet in Fragen des Alltags, der Familie, der Liebe und des Aufwachsens im 21. Jahrhundert.

Im Gespräch mit dem Übersetzer Michael Kegler erzählt Virgília Ferrão von der jungen literarischen Szene Mosambiks, ihrem eigenen Werdegang und den Arbeitsbedingungen und organisatorischen Strukturen der jungen Literat*innen Mosambiks. Eine Lesung und die Einbettung ihres Werks in die lusophone Literatur runden den Abend ab.

Virgília Ferrão, geb. 1986 in Maputo, Mosambik, hat in Maputo und Melbourne Jura studiert. Ihr Debütroman “O Romeu é Xingondo e a Julieta Machangane” erschien bereits 2005. Es folgten “O Inspector de Xindzimila” (2016), “A Sina da Aruanda” (2021), für dessen unveröffentlichtes Manuskript sie als erste Frau den Prémio Literário 10 de Novembro erhielt, und “Os Nossos Feitiços” (2022). Außerdem ist sie Gründerin des Blogs Diário de Uma Qawwi und hat die Anthologie “Espíritos Quânticos. Uma Jornada por entre Histórias de África em Ficção Especulativa” herausgegeben. Auf Deutsch erschien bisher eine Glosse in „Lusophone Kolumnen. Zeitgenössische Alltagsbetrachtungen aus portugiesischsprachigen Ländern“ (dtv München 2022, hg. von Luísa Costa Hölzl, übers. von Michael Kegler). Die Autorin arbeitet als Rechtsberaterin für ein internationales Energieunternehmen.

Michael Kegler, geb. 1967 in Gießen, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien. Seit den Neunzigerjahren übersetzt er Literatur aus dem lusophonen Sprachraum. 2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis und 2016, gemeinsam mit dem von ihm übersetzten Autor Luiz Ruffato, den Hermann Hesse-Preis der Stadt Calw. Er ist ein großer Kenner der lusophonen Literaturen und immer auf dem Laufenden über aktuelle Neuerscheinungen.

Eintritt: 10 € / erm. 8 €
Reservierung möglich unter: info@migration-macht-gesellschaft.de Betreff: Lesung Virgília Ferrão

Ort: EineWeltHaus
Raum 211, 2. Stock
Schwanthalerstr. 80
80336 München

Eine Veranstaltung von Lusofonia e.V. in Kooperation mit Migration macht Gesellschaft e.V. und der freundlichen Unterstützung des Kulturreferats der LH München.

Hier gibt es einen gekürzten Videomitschnitt der Lesung (portugiesischer Programmteil).

Vom fremden Blick auf Brasilien bis zur aktuellen Poesie – ein Spaziergang durch die brasilianische Literatur

Donnerstag, 11. Mai 2023, 18 Uhr

Das Generalkonsulat von Brasilien in München lädt ein zu einem fröhlichen Spaziergang durch die brasilianische Literatur. Mehrere Veröffentlichungen werden an diesem Abend erstmals präsentiert. Sie widmen sich großen Autoren Brasiliens wie Machado de Assis und João Guimarães Rosa, blicken zurück auf die deutschsprachigen Reisenden im Brasilien des 19. Jahrhunderts und entführen uns mit einem großen Sprung ins Heute in die Wortwelt der zeitgenössischen Lyrik von Leonardo Tonus. Caiana Duo begleiten den Abend musikalisch.

Mit: Barbara Freitag (Sozialwissenschaftlerin), Leonardo Tonus (Lyriker) und Lilli-Hannah Hoepner (Übersetzerin).
Musik: Caiana Duo (Abdallah Harati, João Araújo)

Durch den zweisprachigen Abend (portugiesisch/deutsch) führt Luísa Costa Hölzl.

In der vom Generalkonsul und Schriftsteller João Almino begründeten Reihe ‚Große Brasilianische Autoren‘ finden sich Essays namhafter Intellektueller zu Klassikern der brasilianischen Literatur. Sie beschäftigen sich unter anderem mit der Suche nach Geselligkeit bei Machado de Assis, der wechselseitigen Inspiration von Malerei und Literatur beim Modernisten-Paar Tarsila do Amaral und Oswald de Andrade, oder auch mit Euclides da Cunhas anhand des Krieges von Canudos entwickelter Soziologie, die die brasilianische Identität im 20. Jahrhundert prägte. Luísa Costa Hölzl führt in die Reihe ein.

Die Sozialwissenschaftlerin Barbara Freitag befasst sich in ihrem Beitrag mit den Reisen deutschsprachiger Gelehrter durch das Brasilien des 19. Jahrhunderts. In ihrem vierteiligen Essay folgt sie den Spuren der Amazonasexpeditionen des österreichischen Zoologen Johann Natterer und des Mediziners Georg Heinrich von Langsdorff, sowie neben Adelbert von Chamissos „Reise um die Welt“ (1836) vor allem den bedeutenden Reisen der beiden bayerischen Naturforscher und Freunde Johann Baptist von Spix und Carl Friedrich Phillipp von Martius, die nicht zuletzt Goethes Interesse an Brasilien weckten.

Im Anschluss an diesen Spaziergang durch die literarische Vergangenheit Brasiliens stellt der Lyriker Leonardo Tonus gemeinsam mit der Übersetzerin Lilli-Hannah Hoepner seinen neuesten Gedichtband Aufzeichnungen von hoher See vor (Hagebutte Verlag, 2023). Darin ergründet er die Fluchtbewegungen unserer Zeit und die Migrationsgeschichte der eigenen Familie: Worte als Orientierungspunkte auf einer inneren Sternenkarte, Gedichte als Logbucheinträge auf einem Meer zwischen Gestern und Heute.

Der literarische Spaziergang wird musikalisch von Caiana Duo begleitet, die als Initiatoren der Roda de Choro in München bekannt geworden sind.

Durch den zweisprachigen Abend (portugiesisch/deutsch) führt Luísa Costa Hölzl.

Mit: Barbara Freitag (Sozialwissenschaftlerin), Leonardo Tonus (Lyriker) und Lilli-Hannah Hoepner (Übersetzerin).
Musik: Caiana Duo (Abdallah Harati, João Araújo)
Moderation: Luísa Costa Hölzl

Eintritt frei
Anmeldung bis zum 10.5. notwendig über das Brasilianische Generalkonsulat per Email an: cultural.munique(at)itamaraty.gov.br

Ort:
Stadtbibliothek Bogenhausen
Kunstforum Arabellapark
Rosenkavalierplatz 16
81925 München

Eine Veranstaltung vom Generalkonsulat Brasilien in München, der Münchner Stadtbibliothek, dem Hagebutte Verlag und Lusofonia e.V.