Marrabenta, Capulana, Uputsu und mehr … Eine zweiwöchige Studienreise durch Deutschland bringt fünf Studierende aus Maputo auch nach München. Mit anschaulichen Kurzpräsentationen und in einer Gesprächsrunde werden Elisa Mondjane, Rosalina Mondlane, Moisés Chaisse, Altino Macie und Valdo Dombe, Studierende an der Pädagogischen Universität von Maputo, uns Bilder, Kulturen und Alltagsobjekte näherbringen, verschiedene Instrumente zum Klingen bringen und ihre Beobachtungen der kulturellen und politischen Wirklichkeit zur Diskussion stellen.

Das Projekt „Sommer in Deutschland“, initiiert von der DAAD-Lektorin Susanne Jahn in Maputo, bringt die Deutsch lernenden Studierenden nach Deutschland. Es hat unter anderem zum Ziel, über Kultur- & Kunstaktionen in Maputo das Interesse an den deutschsprachigen Ländern zu wecken, und bringt uns im Gegenzug an diesem zweisprachigen, interkulturellen Gesprächsabend in konkreter Form auch die Kulturen Mosambiks näher.

Zwei Kollegen der fünf Gäste, die im Januar einen Intensivkurs in Münster absolvierten, berichten in einem kleinen Youtube-Clip von ihren Erfahrungen.

Organisation und Moderation: Wanda Jakob und Luísa Costa Hölzl

Was tun, wenn einem das eigene Heim, der Boden, auf und von dem man lebt, der Fluss, der Lebenselixier und Einnahmequelle ist, entrissen und nicht selten mit unlauteren Methoden zerstört werden? Zahllose Menschen sind vom Bau des noch immer nicht endgültig genehmigten Wasserkraftwerks Belo Monte auf so fundamentale Weise betroffen und zugleich ohnmächtig, ihr Schicksal in irgendeiner Form zu beeinflussen, dass Eliane Brum in den letzten 12 Monaten nicht weniger als vier große, großartige Reportagen über die Auswirkungen geschrieben hat. Unmittelbar und verstörend sind die Stimmen der Menschen, die sie besucht, tragisch ihre Geschichten. Sie reagieren mit Wut, ihren letzten Kräften, aber auch mit Lähmung und Resignation auf die Zerstörung ihres bisherigen Lebens, und dass die Journalistin dies an keiner Stelle beschönigt und weder die Unternehmen noch die enttäuschenden Politiker wie Lula und Dilma Rousseff schont, ist in einem Land wie Brasilien, wo investigativer Journalismus lebensgefährlich sein kann, nicht selbstverständlich. Dabei gelingt ihr, journalistische Arbeit, profundes Wissen, grundlegende Empathie und literarisch eindrucksvolle Beobachtungen vor allem auch darüber, was die Sprache der Menschen über sie selbst und ihren Zustand aussagt, kraftvoll miteinander zu verknüpfen.

Eliane Brum (geb. 1966 in Ijuí, Rio Grande do Sul) ist Schriftstellerin, Journalistin und Dokumentarfilmerin. Sie schrieb die Reportagebände »Coluna Prestes: O Avesso da Lenda« (1994), »A vida que ninguém vê« (2006) sowie »O olho da rua: Uma repórter em busca da literatura da vida real« (2008). 2001 erschien ihr erster Roman »Uma Duas«. Mit Débora Diniz drehte sie 2005 den Dokumentarfilm »Uma vida severina« und 2010 mit Paschoal Samora »Gretchen filme estrada«. Sie lebt in São Paulo.

Moderation des Gesprächs und Lesung: Wanda Jakob

Zwölf zeitgenössische brasilianische Autorinnen schreiben in der Anthologie Wenn der Hahn kräht (edition fünf, 2013) von der Entschlossenheit der Frauen, aus ihrer jeweiligen Situation das Beste zu machen: überraschende Einblicke in weibliche Lebensrealitäten zwischen Liebe und Verrat, Geld und Armut, Macht und Unterdrückung, Glaube und Hoffnung in einer Gesellschaft im Aufbruch.

Vorgestellt von den Herausgeberinnen Luísa Costa Hölzl und Wanda Jakob.

Freitag, 4. bis Sonntag, 6. April 2014
Fotoausstellung: 3 x Lisboa Impressões – Revolução – Arte no Metrô
Fotografien von Monika Geyer, Hartmut Heller und Lothar Schiffler aus der portugiesischen Hauptstadt. Der Gitarrist Henrique de Miranda Rebouças untermalt die Vernissage mit portugiesischer Musik aus mehreren Jahrhunderten.
Eintritt frei
Vernissage am Freitag, 4.4., ab 19 Uhr
Öffnungszeiten: Samstag 12 – 15.30 Uhr und Sonntag von 11 – 18 Uhr

Samstag, 5. April 2014
Portugiesisch- Blitzkurs | 16 – 17.30 Uhr
Mit Fernando Pessoa (1888-1935), dem bekanntesten Dichter portugiesischer Sprache des 20. Jahrhunderts, die Kultur und Sprache Portugals entdecken: Spielerisch lesen und besprechen wir Texte im Original. Keine Vorkenntnisse notwendig.
Kursgebühr: 8 €
Anmeldung Tel. 14 33 818 21
Dozentin: Luísa Costa Hölzl

Fado Sul | 20 Uhr
Daniela Bauer, Luís Maria Hölzl und André Herteux haben sich als Fado Sul der faszinierenden Musik des Fado verschrieben. Gemeinsam durchschreiten sie die ganze emotionale Bandbreite des Fado, die sich durchaus nicht auf die sprichwörtliche saudade, die sehnsüchtige Wehmut, beschränkt, sondern von tiefempfundenem Schmerz bis zu ekstatischer Freude reichen kann.
Eintritt 15 € / erm. 13 € (Schüler & Studenten, München Pass)
Anmeldung: Tel. 14 33 818 21 |

Sonntag, 6. April 2014
Poesie-Matinée | 11 – 12 Uhr
Mit Luísa Costa Hölzl und Wanda Jakob
Quando o vento a leva ao baile, baila no baile com o mar … / Weht der Wind sie auf zum Tanz, will sie mit den Wellen tanzen ...: ein heiteres Bild von Lissabon, das Gedicht „Maria Lisboa“, gesungen und bekannt auch als Fado. Jahrhundertelang inspirierte die weiße Stadt an der Tejo-Mündung mit ihren verwinkelten Gassen und leuchtenden Plätzen – so nobel wie volksnah – die Dichter. Mal fröhlich, mal melancholisch, mal mit sozialem Impetus, doch beinahe immer sehnsuchtsvoll besingen sie vielstimmig die Stadt. Mit Büchertisch zum Stöbern.

João Ricardo Pedro: Wohin der Wind uns weht
Aus dem Portugiesischen von Marianne Gareis
(Suhrkamp Verlag, 2014)

Der in Portugal preisgekrönte Debütroman von João Ricardo Pedro vereint Bildungs-, Familien- und Künstlerroman: Die lebendigen, so komischen wie traurigen Erzählfäden erstrecken sich über drei Generationen, vom Dorf im Landesinneren Portugals über die Lissabonner Peripherie, den Norden Angolas bis nach Wien und Buenos Aires.

Wohin der Wind uns weht bietet neben der spannenden, anrührenden und bisweilen grausamen Geschichte aus dem Leben der Familie von Duarte, dem virtuosen Wunderkind am Klavier, seine Jugend am Land, verschwundene Menschen, mysteriöse Bilder und aufgegebene Talente, zudem auf raffinierte Weise ein historisches Panorama der jüngsten portugiesischen Geschichte. Jedes Kapitel funktioniert wie eine eigenständige Erzählung, bis der Leser sie miteinander vernetzt, um das große Ganze entstehen zu lassen.

João Ricardo Pedro, 1973 in der Nähe von Lissabon geboren, arbeitete nach einem Ingenieursstudium einige Jahre in der Telekommunikationsbranche. Im Zuge der Wirtschaftskrise wurde er arbeitslos und erfüllte sich seinen Traum vom Schreiben. Wohin der Wind uns weht ist sein Debüt.

Die Übersetzerin Marianne Gareis übersetzt seit 1989 Literatur aus dem Portugiesischen und Spanischen, u.a. Autoren wie José Saramago, Gonçalo Tavares, Machado de Assis, Andréa del Fuego, Paulo Scott und Sergio Álvarez.

Moderation: Wanda Jakob
Deutsche Stimme: Sebastian Winkler