Nachholtermin des Festival de Chôro Munique

Yamandu Costa ist begnadeter Gitarrist und Komponist aus Brasilien, geboren 1980. Er gilt als eines der größten Talente auf der 7-saitigen Gitarre. Yamandu Costa baut seine Kreativität auf genauester Technik auf, seine Performances auf der Bühne erneuern jedes Mal die brasilianische Musik. Die 7-saitige Gitarre ist sein Zuhause, sein Spielfeld, seine Passion.

Der Film „Brasileirinho“ und die zunehmende Popularität der Chôro-Musik haben Yamandu Costa auch außerhalb Brasiliens bekannt gemacht. Anlässlich der Filmpremieren in Berlin (Berlinale) und in Belgien war Yamandu 2005 sowohl solo als auch mit anderen Größen wie Bobby McFerrin, Richard Galliano, Baden Powell, Odair und Sergio Assad, Hermeto Pascoal, Richard Galliano, Nana Vasconcelos, Armandinho Macedo, Renato Borghetti, Toquinho, João Bosco, Dominguinhos, Hamilton de Holanda oder Paulo Moura zu genießen.

Das Konzert mit Yamandu Costa wurde von Januar 2022 auf Mai verschoben und findet statt im Rahmen des Festival de Chôro Munique.

           
„Yamandu Costa ist der Paganini der Gitarre.“(Kurt Masur)

Mehr Info auch auf seiner Website: https://yamandu.com.br/

Die Münchner Band Bavaschôro kuratiert im Januar 2022 das erste Festival de Chôro Munique im Kulturzentrum LUISE. Auf dem Programm stehen eine Roda de Chôro, brasilianisches Essen, ein Vortrag und zwei Workshops. Es spielen die Bands Choro de Rua und Bavaschôro. Damit glänzt die Chôromusik endlich auch in München.

PROGRAMM FESTIVAL de CHORO MUNIQUE:

Freitag, 21. Januar 2022, 20:00h
Konzert Bavaschôro
Brasilianischer Chôro mit bayerischem Touch. Die Münchner Band, bestehend aus den fünf Jungs Henrique de Miranda Rebouças (Gitarre), Marcio Schuster (Saxophon und Komposition), den Brüdern Ludwig (Percussion, Horn und Tuba) und Xaver Himpsl (Flügelhorn) und Luís Maria Hölzl (portugiesische Gitarre), begeistert sowohl mit Eigenkompositionen als auch mit traditionellen Chôros, von Pixinguinha und anderen brasilianischen Komponisten. Mit Bavaschôro kehrt diese Musikform nach Europa zurück, gewürzt mit originellen Arrangements und bayerischen Klängen.
Website Bavaschôro
Eintritt: 18€/14,40€

Samstag 22. Januar 2022, 11-15:00h
Pandeiro – Workshop mit Antônio de Pádua
Antônio de Pádua ist ein brasilianischer Multi-Instrumentalist, Produzent, Pädagoge und wohnt in Wien. Dort baut er auch seine eigenen Pandeiros und spielt u.a. im Wiener Choro Ensemble. Der Workshop beinhaltet die verschiedenen brasilianischen Rhythmen auf dem Pandeiro.
Eintritt 10€

Samstag, 22. Januar 2022, 17h
Vortrag mit Abdallah Harati
über die escola portátil de musica, Rio de Janeiro (EPM). Abdallah Harati ist Musiker, Produzent und Business Stratege. Aufgewachsen im Bundesstaat São Paulo in einer musikalischen Familie und spielte er Flöte, Klavier und schließlich Gitarre. Er war selbst Mitglied und Schüler der Choro-Schule escola portátil de musica, wo er mit Luciana Rabello, Maurício Carrilho, Pedro Amorim, Álvaro Carrilho und Celsinho Silva zusammenarbeitete. Abdallah studierte außerdem am Berklee College of Music in Boston und in Granada in der Schule Carmen de Las Cuevas. Seit Anfang der Pandemie 2020 hat Abdallah 12 Singles und eine EP herausgebracht und auf diversen digitalen Plattformen vermarktet.
Website Abdallah Harati
freier Eintritt, bitte Onlineticket erwerben

Samstag, 22. Januar 2022, 20h
Konzert Choro de Rua
Das Duo Choro de Rua besteht aus der italienischen Flötistin Barbara Piperno und dem brasilianischen 7-saitigen Gitarristen und Mandolinisten Marco Ruviaro. Das Projekt wurde 2012 aus dem Wunsch heraus geboren, den Chôro in Italien und Europa zu verbreiten und somit allen die Möglichkeit zu geben diese anspruchsvolle Instrumentalmusik zu genießen. Choro de Rua leistet eine einzigartige Arbeit, weil sie mit ihrer unkonventionellen Form der Musikverbreitung die Menschen auf den Straßen Italiens mit dieser Musik anspricht. Dank dieser Auftrittsform hatte Choro de Rua eine intensive Auseinandersetzung mit einer vielfältigen Zuhörerschaft. Die erste CD „Aeroplanando“ (2013) wurde in drei Auflagen herausgebracht und das Programm in über 30 Ländern gespielt.
Die zuletzt erschienene CD „Santo Bálsamo“ (2020) wurde ebenso gut angenommen und hat das gleiche Ziel wie die Produktionen vorher, nämlich ein breites, buntes Publikum zu erreichen. Diesmal mit zeitgenössischen Chôros, die zeigen, dass diese Musikform bunt in Klangfarben und Einflüssen ist und sich immer wieder weiterentwickelt.
Website Choro de Rua
Eintritt 15€/12€

Sonntag, 23. Januar 2022, 10–14h
Workshop: Pandeiro bauen
mit Souvenir Destell. Der Capoeirista Souvenir der Gruppe Capoeira de Ouro Regensburg baut mit Kinder ab 5 Jahren (max 1 Erwachsener pro Kind) das typische Percussions-Instrument des Chôro. Es entsteht ein spielbares Instrument. Die Teilnehmer*innen sind an allen Schritten beteiligt, vom Basis-Rahmen bis zur äußeren Verzierung der Rahmentrommel.
freier Eintritt, bitte Onlineticket erwerben

Sonntag, 23. Januar 2022, 14h
Wiener Choro Ensemble
Ein ganz besonderes Quartett- Antônio de Pádua (Cavaquinho, 7-saitige Gitarre, Trompete), João Vítor (Flöte), Roberta Karin (Schlagzeug) und Daniel Mesquita (6-saitige Gitarre) – feiern große brasilianische Komponisten.
Eintritt: 18€/14,40€

Sonntag, 23. Januar 2022, 14h
Roda de Chôro
: Eine Jam Session für die Chôro-Musik. Mit allen Musiker*innen des Festivals.
freier Eintritt, bitte Onlineticket erwerben

Mehr als eineinhalb Jahre Pandemie, in der die Welt den Atem angehalten hat, sind vergangen. Die Kontaktbeschränkungen haben Kultur im öffentlichen Raum unmöglich gemacht, Lesungen sind ausgefallen oder wurden verschoben. Doch nach und nach können wir wieder aufatmen, endlich. Aber gilt das auch für Brasilien und seine vielfältige Literatur?

Wir wollen herausfinden, wo der brasilianische Literaturbetrieb steht, wie es den Autor:innen geht, ob sie und ihr Schaffen, ihre Werke heil aus der Krise herausgekommen sind. Haben sie sich zurückgezogen und geschrieben, vielleicht so viel wie noch nie? Wer ist verstummt, wer doppelt so laut wie zuvor? Gibt es neue literarische Trends, neue junge Stimmen?

Über neue Bücher und Schriftsteller:innen aus Brasilien und die Lage des brasilianischen Literaturbetriebs sprechen der Übersetzer und Literaturvermittler Michael Kegler und die Literaturdozentin und Herausgeberin Luísa Costa Hölzl mit dem Journalisten, Autor und Herausgeber der bedeutenden brasilianischen Literaturzeitschrift Rascunho, Rogério Pereira.

Rogério Pereira, geb. 1973 in Galvão (Santa Catarina, Brasilien), ist Journalist, Herausgeber und Autor. 2000 lancierte er in Curitiba die Zeitschrift Rascunho (https://rascunho.com.br/)  – eine der wenigen Zeitschriften über Literatur in Brasilien. Er koordiniert außerdem die literarische Bühne Paiol Literário (https://paiolliterario.com.br/). Von 2011 bis 2019 war er der Leiter der Öffentlichen Bibliothek von Paraná. Er hat den Roman Na escuridão, amanhã (2013) sowie zahlreiche Kurzgeschichten veröffentlicht, die in mehrere Sprachen übersetzt wurden.

Michael Kegler, geb. 1967 in Gießen, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien. Seit den Neunzigerjahren übersetzt er Literatur aus dem lusofonen Sprachraum.2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis und 2016, gemeinsam mit dem von ihm übersetzten Autor Luiz Ruffato, den Hermann Hesse-Preis der Stadt Calw. 

Luísa Costa Hölzl, geboren 1956 in Lissabon, lebt in München, wo sie sich für die Förderung der lusofonen Kulturen und Literaturen engagiert. Herausgeberin von literarischen Anthologien, Publizistin und Dozentin für Portugieisch.

Eine Explosion aus Energie und Lebenslust, eine starke Stimme und beeindruckende Bühnenshow – und natürlich eine heiße musikalische Mischung. „DNA“ heißt das vierte Album von Flavia Coelho, der Künstlerin aus den Favelas von Rio mit Wahlheimat Paris. Dementsprechend glänzt ihre Musik durch Hybridität: Baile Funk gepaart mit der Musik der Karibik, die Cumbia wird neu erfunden, HipHop trifft Reggae und auch der Pop kommt dabei nicht zu kurz. Gemeinsam mit ihrer Band fährt sie eine Groove- und Charme-Offensive, die sich gewaschen hat.

Video Flavia Coelho – DNA
www.flaviacoelhomusic.com

„Das Wort erschafft die Wirklichkeit. Wer eine Geschichte erfindet, erfindet eine Welt. Es gibt keine wahre Fiktion, da uns jede Fiktion eine Wirklichkeit auferlegt.”

Diese Worte des angolanischen Schriftstellers José Eduardo Agualusa beschreiben auch seine eigene Gabe, Geschichten zu erfinden und mit diesen neue Wirklichkeiten zu erschaffen. Wer sich davon überzeugen möchte, kann dies in einer virtuellen Begegnung mit José Eduardo Agualusa tun. In einem Onlinegespräch mit seinem Übersetzer Michael Kegler unterhalten sich die beiden über Inseln, Winde und Meere, über „die Lebenden und die Anderen“ (Titel seines jüngsten Romans). Zudem bekommen wir eine von Agualusas aktuellen Kolumnen zu hören.

Der Autor wird von seinem Schreiben berichten, von Fiktionen und Wirklichkeiten, vom Schaffen und vom Alltag, von Erlebnissen und Träumen. Das lebendige Gespräch ist offen für die aktive Teilnahme all derer, die das möchten, und bringt uns so der Literatur, ihren Themen und ihrer Rolle für und zwischen uns ein Stück näher.

Lesung und Gespräch: José Eduardo Agualusa und Michael Kegler
Musikalische Begleitung: Dandara Modesto

José Eduardo Agualusa, 1960 in Huambo/Angola geboren, studierte Agrarwissenschaft und Forstwirtschaft in Lissabon. Seine Gedichte, Erzählungen und Romane wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Eine allgemeine Theorie des Vergessens stand auf der Shortlist des Man Booker International Prize 2016. In seinem jüngsten, bisher noch nicht auf Deutsch erschienenen Roman, “Os vivos e os outros” (2020), stranden einige Autoren unfreiwillig auf einer Insel, die sie wegen eines Unwetters nicht verlassen können. Agualusa lebt als Schriftsteller und Journalist zurzeit in Mosambik.

Michael Kegler, geb. 1976 in Gießen, verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Liberia und Brasilien. Seit den 90er Jahren übersetzt er Literatur aus dem lusofonen Sprachraum.2014 erhielt er den Straelener Übersetzerpreis und 2016, gemeinsam mit dem von ihm übersetzten Luiz Ruffato, den Hermann Hesse-Preis der Stadt Calw. Er übersetzte auch die drei zuletzt auf Deutsch erschienenen Romane von Agualusa. 2021 erscheinen viele Übersetzung großer portugiesischer Autor*innen aus seiner Feder, so u.a. von Sophia de Mello Breyner Andresen, Al Berto und Ana Luísa Amaral.

Dandara Modesto, Sängerin und Musikerin, geb. 1990 in São Paulo, lebt heute in Zürich. Mit ihrem charismatischen Gesang verarbeitet sie verschiedene künstlerische Ausdrucksweisen, von der Musik über Poesie und Performance bis hin zu den bildenden Künsten. Ihr zeitgenössischer, ein “anderes” Brasilien repräsentierender Stil hat seine Wurzeln in der Música Popular Brasileira, steht in der Tradition des brasilianischen Liedguts und der beliebten afrobrasilianischen Rhythmen und bedient sich mit einem Augenzwinkern bei Jazz und Groove.