Nach erfolgreicher Tournee in Brasilien ist Bavaschôro wieder zurück auf Münchner Parkett mit neuen Arrangements und Kompositionen. Traditionelle brasilianische Melodien des Choros treffen auf zeitgenössische und bayerische Interpretationen. Außerdem lädt die Band als Gast die Sängerin Dandara aus São Paulo ein, ehemalige Stipendiatin der Villa Waldberta.
Bavaschôro – das sind professionelle Musiker, Multi-Instrumentalisten allesamt mit klassischer Ausbildung: Der Brasilianer Henrique de Miranda Rebouças an der 7- saitigen Gitarre und Marcio Schuster am Saxophon, der zudem das Repertoire mit eigenen Komposition bereichert. Die portugiesische Gitarre und Violine wird von Luís Maria Hölzl – halb Portugiese, halb Bayer – gespielt. Der Hornist und Percussionist Ludwig Himpsl und sein Bruder Xaver Himpsl am Flügelhorn tragen die bayerischen Einflüsse in die Band.
Die Sängerin und Performerin Dandara setzt ihr ureigenstes Instrument – ihre Stimme – für expressive Neuinterpretationen von Songs der Música Popular Brasileira und zeitgenössischer brasilianischer Komponisten ein in der Suche nach ihren Wurzeln. Gerade edierte sie ein Videoclip mit der Gruppe OKKA.
Mehr Info: www.bavaschoro.de
Luiz Ruffatos fünfbändiger Romanzyklus Vorläufige Hölle ist ein historisches Porträt Brasiliens auf dem Weg von der Agrargesellschaft der 1950er Jahre in die postindustrielle Zeit, erzählt aus der Perspektive derer, die in der brasilianischen Literatur bisher kaum eine eigene Stimme besaßen: der arbeitenden, gewöhnlichen Menschen.
Nachdem die Bände Mama, es geht mir gut, Feindliche Welt und Teilansicht der Nacht sich dem Leben und Überleben in den ländlichen Regionen und in Ruffatos Geburtsstadt Cataguases gewidmet haben, wendet sich der vierte Band, Das Buch der Unmöglichkeiten (Verlag Assoziation A, 2019), nun jenen „kleinen Leuten“ zu, die sich in der Megacity São Paulo daran versuchen, in eine höhere Klasse aufzusteigen. Doch so sehr sie um bessere Lebensbedingungen für sich und ihre Kinder ringen, scheitern sie immer wieder an den Gesellschaftsstrukturen.
In seinem „kollektiven Roman aus der Perspektive von Individuen“ wechselt Ruffato Perspektiven und Erzählzeiten und vermengt Geschehenes mit Gehörtem zu faszinierenden Collagen: „Meine Bemühung war immer, die Sprache dieser Bevölkerung neu zu erschaffen. Es ist eine Form, die Besonderheiten dieser sozialen Klasse zu zeigen, aber mit Würde, ohne Vorurteile.“ Ein erschütterndes Sozialpanorama und Anlass für ein Gespräch über die derzeitige Lage in Brasilien.
Moderation und Übersetzung: Michael Kegler
Luiz Ruffato gilt als einer der wichtigsten Schriftsteller Brasiliens, sein Werk erscheint auf Deutsch beim Verlag Assoziation A. Der Autor und sein Übersetzer Michael Kegler wurden mit dem Internationalen Hermann-Hesse-Preis 2016 ausgezeichnet.
„Die Zukunft der brasilianischen Musik“ nannte sie niemand geringerer als Caetano Veloso, als ihr Debütalbum erschien, das in Europa und den USA sehr erfolgreich war und für das Céu den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt. Céu aus São Paulo steht für einen sehr coolen Sound aus Samba-Poesie, Trip Hop und Electronica und zählt zu den beliebtesten Sängerinnen ihrer Generation. Die Sängerin zeigt, wohin es mit dem Brasil Pop zwischen souligem Retro und erotischer Avantgarde im 21. Jahrhundert gehen kann.
“Céu has a cool, sensual, laidback voice that provides an instant reminder of Astrud Gilberto and the bossa nova movement that seduced the US in the early 60s.” The Guardian
Céu auf Youtube: https://www.youtube.com/channel/UC38xbd3KhfU8afjOQiix35A
Im Rahmen des 3. Brasilianischen Frühlingsfilmfestivals unter dem Motto der Vielseitigkeit des Landes Brasilien, mit all seinen positiven, liebevollen, menschlichen, aber auch negativen, chaotischen und ungerechten Facetten, werden zwei Filme von und mit Grace Passô gezeigt, zur Zeit Stipendiatin des Kulturreferates in der Villa Waldberta/Feldafing. Die Schauspielerin und Regisseurin wird am Samstag anwesend sein.
SAMSTAG, 23. März, 18 Uhr, und SONNTAG, 24. März, 18 Uhr
Vaga Carne (BR 2018, Drama, 45 Min, OmeU)
R: Grace Passô u. Ricardo Alves Junior – D: Grace Passô, Zora Santos, André Novais Oliveira, Ronaldo Coisa Nossa
Eintritt: € 3
Eine fremde Stimme war öfters in flüssige, gasförmige und feste Substanzen eingedrungen. Jetzt nimmt sie den Körper einer Frau in Besitz und erfährt zum ersten Mal den Geschmack von etwas wirklich Menschlichem. Zusammen suchen die Stimme und der Körper nach Zugehörigkeit und Identität, während sie ihre Rollen in der Gesellschaft hinterfragen.
SONNTAG, 24. März, 19 Uhr
Praça Paris (BR/PT/ARG 2018, Drama, 112 Min, OmeU)
R: Lucia Murat – D: Grace Passô, Joana de Verona, Alex Brasil, Babu Santana, Digão Ribeiro
Eintritt: € 6
Rio de Janeiro. Camila ist eine portugiesische Therapeutin, die an der Universität UERJ arbeitet und Glória, die Aufzugsbegleiterin der Universität, als Patientin behandelt. Während der Sitzungen ist Camila einer sehr gewalttätigen Realität ausgesetzt, da Glória als Kind vom eigenen Vater missbraucht wurde und ihr Bruder Jonas, ein gefährlicher Krimineller, im Gefängnis sitzt. Die Berichte ängstigen Camila und sie fühlt sich bedroht, während sie für Glória immer wichtiger wird.
Bevor die fünf Musiker von Bavaschôro ihre Koffer packen und nach Brasilien reisen, geben sie noch ein Konzert im Münchner Westen in Neuhausen und zwar mit frischen Kompositionen und Arrangements brasilianischer choros gewürzt mit bayrischer Stubenmusi.
Bavaschôro – das sind professionelle Musiker, Multi-Instrumentalisten allesamt mit klassischer Ausbildung, die aus verschiedenen Genres und mit unterschiedlichen musikalischen Traditionen kommen: aus Brasilien, Portugal und Bayern. Im choro mischen sich die Melodien der Tanzmusik aus dem alten Europa (Polka, Schottisch, Walzer) mit afrobrasilianischen Rhythmen.
Das harmonische Fundament gibt Henrique Miranda de Rebouças an der 7saitigen Gitarre, für die Melodien sind Márcio Schuster am Saxophon und Xaver Himpsl am Flügelhorn zuständig. Ludwig Himpsl ist an der Percussion, Horn und Tuba zu sehen und Luís Maria Hölzl an der portugiesischen Gitarre, dem Cavaquinho und der Violine.